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Change – eine fließende Bewegung?

Foto by Ben HortonLieber ScrumMaster, wann war Deine letzte Weiterbildung zum Thema „Change Management“?

Noch nie eine gehabt? Schon lange her? Eben.

Es heißt allerdings, dass der ScrumMaster ein taffer Veränderer sein soll und ich bin bereit, das zu unterschreiben.

Bücher wie „Switch“, „Re-Imagine“, „Leading Change“ sind echte Schätze, liefern KnowHow dafür, wie ich Veränderungen geschickt vorbereiten und durchführen kann und diese empfehle ich mit gutem Gewissen weiter.

Die Umstellung einer Produktentwicklung auf Scrum ist eine nicht zu unterschätzende Veränderung. Agil zu sein und zu bleiben bedeutet eigentlich ständig nach Verbesserungen zu suchen und diese umzusetzen, also hören die Veränderungen eigentlich mit der Scrum-Einführung nicht auf, sondern sie beginnen damit!

Als Scrum Coach empfinde ich es als erfolgsentscheidend, die von der Veränderung betroffenen Menschen miteinzubeziehen und aufzuklären, was sowohl auf der Sach- als auch auf der Soziallebene stattfindet. Als ScrumMaster solltest Du sie als erstes darauf vorbereiten, wie sich die Veränderung womöglich anfühlen könnte – vielleicht als Chaos, Unsicherheit, Angst oder innerer Widerstand. Dabei signalisierst Du, dass dies in Veränderungssituationen zu erwarten ist und somit sorgst Du für eine Art Normalisierung in der Wahrnehmung der kommenden Ereignisse. Du könntest z.B. zu einem „Einschwörungstreffen“ einladen, bei dem Du

  • viel mit Bildern arbeitest, um die Emotionen und die Fantasie anzuregen,
  • Spiele anwendest, um das Erlebte im Anschluss in das reale Leben zu übertragen, und dabei einfach
  • Raum und Gelegenheit für Gespräche schaffst.

Sehr schnell wollen die Menschen wissen, welche Visionen und Ziele machen die bevorstehende Veränderung notwendig. Sei bereit und froh, dass einige darauf beharren werden, zündende und durchdachte Antworten zu bekommen. Das ist sogar erwünscht, weil ja: Selbstverantwortung  leben bedeutet natürlich auch nach dem Sinn zu verlangen! („Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“ F. Nitzsche)!

Als Folgeschritt unterstütze ich als ScrumMaster die an der Veränderung Beteiligten, indem ich für Vernetzung sorge, auf intensive und offene Kommunikation untereinander achte. Mein Ziel ist, es zu schaffen,

  • Verständnis für einander zu empfinden,
  • absichtlich näher zu rücken, (besonders wichtig bei angehenden Konflikten!),
  • geduldig miteinander zu sein,
  • wahrzunehmen, dass „gemeinsam durchkommen“  sich besser anfühlt, als „allein schuften“.

Der ScrumMaster schärft das Bewusstsein, sensibilisiert die Achtsamkeit auf dem Gebiet „Miteinander“ und erzeugt in den Menschen eine unterstützende Haltung für den Veränderungserfolg, in dem er Sie mit der notwendigen Identität ausstattet.

Katja Lüdtke                                                                                                                                                                     

14. November 2014

Foto by Ben Norton